IMG_0754Die Games-Branche ist nach wie vor Männerdomäne – zum Nachteil vieler Entwicklerinnen. Game-Designerin Franziska Zeiner spricht im Interview über Sexismus, nackte Alien-Jägerinnen und überforderte Dozenten.

Frau Zeiner, wie sexistisch ist die Games-Szene?

Eines der großen Probleme ist, wie Frauen in Spielen dargestellt werden: Sie erscheinen oft als überzeichnete Randfiguren in knappen Höschen ohne Charakterentwicklung. Ist es notwendig, halb nackt durch digitale Spielwelten zu laufen, um Aliens abzuballern? Nein. Es gibt viel zu selten Frauen in Hauptrollen, deren Körper nicht im Fokus liegen.

Warum werden Frauen in Computerspielen so verzerrt dargestellt?

Wenn Game-Designer Spiele entwickeln, orientieren sie sich an dem, was sie kennen. Es ist ganz natürlich, dass jeder versucht Computercharaktere zu programmieren, die so sind wie man selbst. Auch ich möchte, dass jeder Charakter eine Frau ist, weil ich will, dass sie so ist wie ich. Doch die Branche ist relativ jung und männerdominiert.

Männer programmieren keine guten Frauencharaktere?

Wenn eine Gruppe Kerle dasitzt, dann muss erst einmal jemand darauf kommen, dass die Hauptfigur eines Spiels auch eine Frau sein könnte. Vielleicht sogar eine Frau mit Charakter. Deswegen ist es gut, wenn man in gemischten Gruppen arbeitet. Männer, Frauen, verschiedene Altersgruppen, aus unterschiedlichen Ländern. Dann kommen buntere Ideen auf. Ein Freund aus New York erzählte mir, dass er gerne mit zwei anderen Freunden ein Spiel entwickeln wollte. Er hat es dann nicht gemacht, weil er kein Team ausschließlich aus drei weißen Männern bilden wollte. Das kam für ihn nicht infrage.

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