bankMichael Gastauer wirbt derzeit um Investoren für sein 2,2-Milliarden-Dollar-Startup. Doch Recherchen zeigen: Der vermeintliche Finanz-Mogul ist ein verurteilter Betrüger.

Seit einigen Wochen machen die Digital-Bank WB21 und ihr deutscher Gründer Michael Gastauer Schlagzeilen. Medien wie Forbes und Business Insider rühmen den Unternehmer als Finanz-Genie, der sein Startup bis 2020 mit einer Bewertung von 2,2 Milliarden Dollar an die Börse bringen will und derzeit nach Investoren sucht. Das neue Europa-Hauptquartier kündigte Gastauer kürzlich im Berliner Nobelhotel Adlon an. 200 neue Arbeitsplätze sollen in Berlin entstehen. 50 Millionen Euro Investitionen versprach der Unternehmer der Hauptstadt und ließ sich von Hans Reckers, dem ehemaligen Vorstand der Bundesbank und derzeitigen Berliner Staatssekretär für Wirtschaft, willkommen heißen.

Doch schnell kamen Zweifel an der Erfolgsgeschichte auf, wie eine Gründerszene-Recherche aufdeckte. Bereits die Nutzerzahlen schienen unrealistisch. Doch das dubiose Fintech mit der Milliarden-Bewertung ist nicht der erste zweifelhafte Coup des Gründers Gastauer. Gründerszene liegen Gerichts-Dokumente vor, die zeigen, dass sich Gastauer bereits einmal mit dubiosen Methoden Millionen-Investitionen verschafft hat. Auf Anfrage von Gründerszene will Gastauer sich nicht äußern. Stattdessen drohen seine Anwälte bei Veröffentlichung mit juristischen Schritten.

Urkundenfälschung, Steuerbetrug und Veruntreuung

Um der Geschichte des 42-Jährigen auf den Grund zu gehen, muss man sich tief durch ein verworrenes Unternehmensgeflecht wühlen. Rund ein halbes Dutzend Firmen finden sich unter Michael Gastauers Namen in der Schweiz, London, den britischen Jungferninseln und in Singapur. Viele davon haben in den vergangenen Jahren Insolvenz angemeldet. Heraus kommt eine Geschichte, die von Urkundenfälschung, Veruntreuung, unerlaubtem Waffenbesitz und Steuerbetrug handelt. Sie dreht sich um veruntreute Aktien und gestohlene Millionenbeträge. Kurz: Es geht um gewerbsmäßigen Betrug im großen Stil.

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(Foto: Pexels)

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