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Im Netz gibt es sie das ganze Jahr. Easter Eggs heißen die versteckten Codes von Webseiten und Computerspielen. Mal führen sie zu einem geheimen Level, mal zu „killer robots“ auf Googles Servern.

Das Web, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2014. Noch immer sind viele Gebiete des Internets unentdeckt. Geheime Webseiten, versteckte Codezeilen. „Easter Eggs“, Ostereier heißen sie. Einige sind nur Spielereien: wie die Möglichkeit, die Buchstaben des Google-Logos in der Such-App herumzuschubsen. Hinter anderen verbergen sich lange Geschichten. Geben Sie zum Beispiel einmal „about:mozilla“ in die Adresszeile des Firefox-Browsers ein. Es erscheint ein Zitat aus dem sogenannten „Buch von Mozilla“. Einer fiktiven Fortsetzung des Neuen Testaments, das die Geschichte des Firefox-Browsers erzählt.

Easter Eggs finden sich an den unterschiedlichsten Stellen. Auf CDs sind nicht selten versteckte Songs zu finden. So beispielsweise ein 13. Lied im neuen „Ghost Stories“-Album von Coldplay, das nur erklingt, wenn man den offiziell letzten Track „O“ der CD nicht abschaltet. Nach einer Pause von sechs Minuten und 18 Sekunden wird das Warten belohnt.

Die meisten Easter Eggs finden sich im Netz. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Entwickler spielen geradezu mit dem Nutzer – im wörtlichen Sinne: Sucht man bei Google nach „Zerg Rush“, fressen wild gewordene Nullen die Suchergebnisse auf. Und in der Google-Bildersuche reicht der Suchbegriff „Atari Breakout“, um die schnöde Oberfläche in das Kultspiel zu verwandeln. Google gratulierte dem Klassiker damit zum 37. Geburtstag. Nicht ohne Grund referieren viele Easter Eggs an trashige Computerspiele der 90er Jahre. Entwickler sind damit groß geworden. Die Nerdkultur fristet mittlerweile kein Schattendasein mehr. Und das Easter Egg ist ihr ureigenes Genre.

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